2 benefizkonzerte des foerdervereins
die Orgel der Kirche
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foerderverein Schotten Kirche
katholische kirche hattersheim

Geschichtliche Entwicklung Schon im 8. Jahrhundert war Erfurt eine bedeutende Ansiedlung, die Bonifiacius für geeignet hielt, ein Bistum zu gründen (742). Alte Völker- Und Handelswege kreuzten den günstig gelegenen Ort, den Karl der Große zum Grenzhandelspunkt bestimmte, aus dem sich seit dem 11/12. Jahrhundert eine der größten deutschen Handelsstädte entwickelte. Zu ihren zahlreichen alten Sakralbauten zählt auch das Schottenkloster und seine im Kern noch aus romanischer Zeit erhaltene Kirche. Der Ire Marianus hatte sich auf der Pilgerfahrt von Irland nach Rom (um 1075) in Regensburg niedergelassen, ehe seine Nachfolger (um 1089) die dortige berühmte Abtei St. Jakob gründeten. Von diesem Mutterkloster aus entstand - nach Würzburg und vor Nürnberg als zweites das Erfurter Kloster wahrscheinlich ab 1136. Unter den geschichtlich jüngeren 'Schottenklöstern' des 12. Jahrhunderts sind Konvente zu verstehen, die nur von den Iren besetzt waren. jedoch wurden die irischen Mönche, die nach der Benediktinerregel lebten, dann im frühen 16. Jahrhundert von den namengebenden Schotten verdrängt. Das Kloster spielte während des Mittelalters Und danach im Leben der Stadt Erfurt eine nicht unbedeutende Rolle.. Außer dem religiösen Dienst widmeten sich Mönche traditionsgemäß auch der Pflege der Wissenschaften in vielfältiger Weise, lehrten an der Erfurter Universität und bekleideten dort hohe akademische Ämter. 1820 erfolgte die Aufhebung des Klosters, bald darauf der Abbruch der Klostergebäude. Bau- und Kunstgeschichte Die heutige Schottenkirche ist durch Brand, Zerfall, Wiederaufbau und Restauration von Jahrhunderten in ihrer ursprünglich empfundenen schöpferischen Aussage gestört. Trotzdem verbleibt uns die ehemalige Klosterkirche als einzig lebendiggebliebene romanische Kirche der Stadt. Als Pilgerstützpunkt auf der Wallfahrt nach den heiligen Stätten im Süden gedacht, wurde sie 1136 gegründet. Brände (1299 und 1472) vernichteten den Erstlingsbau. Zeugnis legen die wiederverwendeten, profilierten Bausteine ab, die noch heute sichtbar sind. Aus der Gründungszeit scheint der bemerkenswerte Palmettenfries oberhalb der westlichen Arkaden zu stammen; er verweist unverkennbar in das 12. Jahrhundert und mag sich durch das ganze Schiff gezogen haben. Im frühen 13. Jahrhundert wurde das zerstörte westliche Langhausjoch durch frühgotische Arkaden ersetzt. Es entstanden die schmuckschönen Turmhallen des Obergangsstils, noch gemäßigt in Zurückhaltung, aber deutlich erkennbar in der Zuspitzung der Bogen zur gotischen Form. Die Bündelpfeiler zeigen mit ihren Kapitellen gelöste Ornamentfreudigkeit: wir sehen Kelchkapitelle, die für den Übergangsstil charakteristischen Knospenkapitelle Und Zungenblattkapitelle. Diese Schmuckart ist iro-schottischen Ursprungs. Der Chorraum zeigt gotische Formen aus der Zeit nach dem zweiten Kirchenbrand 1472. Es ist dieselbe Wiederaufbauperiode, die die Geschlossenheit der romanischen flach gedeckten Schiffräume in die spitzbogige Einwölbung aufbrach. Allerdings wurde im 18. Jahrhundert wegen auftretender Mängel im aufstrebenden Mauerwerk das massive Gewölbe gegen ein hölzernes Scheingewölbe ausgewechselt. Aus der gleichen Zeit stammen die Fensterausbrüche im Obergaden Und in den Seitenschiffen, die die romanischen rundbogigen Fenster vergrößerten. Bis ins 10. Jahrhundert zog sich der Wiederaufbau. Augenfälligstes Zeichen ist der spätgotische Chorraum samt der Sakristei. Darüber hinaus ist die Basilika in ihrem Innern von vielfältigen stilistischen Beeinflussungen anderer Klosterbauten überzogen: St. Peter in Erfurt, Kloster Reinhardsbrunn, Georgenthal und andere. Schließlich hat der Zeitgeist des Barock in seinen Formen die Fassade verändert und dem Turm die Welsche Haube aufgesetzt. Brand, Zerfall Und Umgestaltung bedrängten durch Jahrhunderte das Gebäude, der Baukern jedoch blieb erhalten: die großangelegte romanische Basilika. Gotteshaus und Baudenkmal Bei aller eigenschöpferischen Leistung, die dem Baumeister der Schottenkirche zuzugestehen ist, ließ er sich in der Gesamtanlage bis hin zu den Details vom Vorbild der örtlich dominierenden Bauentwicklung bei der Peterskirche und der Hirsauer Bauschule leiten. So verfügen wir heute mit der Schottenkirche trotz Wandlungen der Baugestaltung und Funktionen über ein Gotteshaus, das ein hervorragendes Bau- und Geschichtsdenkmal ist, das wir erhalten und pflegen wollen. Was sich derzeit an Raumerlebnis bietet, nachdem zum Beispiel die über einen Meter im Fußboden versteckten Pfeilerbasen wieder sichtbar sind, verdanken wir den zehnjährigen Wiederherstellungsmaßnahmen und klärenden bauarchäologischen Untersuchungen. 1964 konnte die Kirche mit einem feierlichen Dankgottesdienst wieder eingeweiht werden. Geschichtliche Daten 1136Gründung und Bau von Kirche und Kloster. Nach anderen Unterlagen ist auch 1036 als Gründungsjahr angegeben (genaue Quellenangaben fehlen, jedoch 1136 als Gründungsjahr wahrscheinlich) 1226päpstliche Bestätigung. 1299und 1472 große Brände in Kirche und Kloster. 1521Beginn der Reformation, Angriffe auf die Geistlichkeit der Stadt, die Klöster wurden verschont. 1525Bauernaufstände, die Mönche wurden aus ihrem Besitz vertrieben. 1529lebte nur noch ein Mönch im Kloster. 1530Hammelburger Vertrag, die religiösen Verhältnisse in Erfurt wurden fest umschrieben. 1720und 1727 wurden erneut größere Renovationen und Erweiterungsbauten im Kloster durchgeführt. 1729am 24. August feierliche Kirchweihe durch den Weihbischof Christoph Ignatius von Gudenus. 1744Inkorporation der Nikolaigemeinde in das Schotterkloster. Die Nicolaigemeinde musste ihr Gotteshaus in der Augustinerstraße abreißen lassen. Aus dieser Zeit stammt die Doppelbezeichnung St. Nikolai-Schotten.
St. Nikolaus ist der Gemeindepatron, St. Jacobus der Kirchenpatron. Die Schottenkirche nunmehr zugleich Kloster- und Pfarrkirche. 1820Säkularisation und Aufhebung des Klosters. 1944und 1945 schwere Schäden durch Granateinschlag, Brandbombe Und Luftmine. Starke Beschädigungen und Verheerungen des Gotteshauses und Zerstörung der Orgel. 1926und 1963 sowie 1979 erfolgten umfassende Restaurierungsmaßnahmen in, um und an der Kirche und am Turm. 1958Orgelneubau 1963bis 1964 war wegen der Renovation die Kirche geschlossen die Gottesdienste fanden in der Allerheiligenkirche statt. Während die Ausgestaltungsarbeiten weiterliefen, wurden ab Dezember 1964 die Gottesdienste wieder in der Schottenkirche gefeiert. 1994Umbau des gesamten Daches, Freilegung der Obergadenfenster. 2009 und
2010umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Kirche Innen und Außen, sowie am Turm und der Turmhaube. Feierliche Wiedereröffnung am 19.Dezember 2010 2012Einbau eines Glaswindfangs seitdem ist es möglich vom 01.05 – 30.09 täglich von 10:00 – 17:00 Uhr eine Blick in die Kirche zu werfen
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